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Fünf Herausforderungen der Pflege


1. Immer mehr Pflegebedürftige 

Im Jahr 2050 werden Experten zufolge fünf Millionen ambulant und stationär pflegebedürftige Personen in Deutschland leben (1). In Österreich werden laut Prognosen bis zu 750.000 Menschen einen Platz benötigen (2). Dieser rapide Anstieg wird vor allem durch die Pensionierung der Babyboomer-Generation sowie eine verbesserte medizinische Versorgung und das daraus resultierende steigende Durchschnittsalter ausgelöst. Doch wer soll all diese Personen pflegen?  


2. Akuter Fachkräftemangel 

Der Pflegesektor ist geprägt von akutem Fachkräftemangel. Allein bis 2030 werden in Österreich mehr als 75.000 neue Pfleger benötigt, um Fachkräftemangel und Pensionierungen auszugleichen (3). Doch der Ruf eilt dem Job der Pflege voraus. Zwischen 2012 und 2018 stieg die Zahl der offenen Stellen in der Altenpflege in Deutschland auf 71 % an (4). Auf 100 offene Pflegestellen kommen gerade einmal 19 Bewerbungen und im Durchschnitt bleiben vakante Stellen sechs Monate unbesetzt. Auch im Nachwuchsbereich sieht die Statistik wenig vielversprechend aus: Durch den hohen analogen Anteil, gerade bei der täglichen Dokumentation, entscheiden sich viele junge Menschen für eine technisch fortgeschrittenere Branche und 28 Prozent derer, die eine Ausbildung in der Pflege antreten, brechen sie vorzeitig ab (5). Dadurch wird der Fachkräftemangel verstärkt. Gründe dafür liegen oftmals auf der Hand. 


3. Schlechte Arbeitsbedingungen 

Hohe Betreuungsschlüssel, erdrückende Dokumentationspflichten, viele Überstunden und große Verantwortung bei gleichzeitig schlechter Bezahlung, mangelnder Anerkennung und fehlender Zeit für das menschliche Miteinander machen Pflegeberufe wenig attraktiv. Wer sich aus Überzeugung dennoch dafür entscheidet, leidet häufig unter erhöhten psychischen und physischen Belastungen. Auch die Zahlen belegen das eindrücklich. In keiner anderen Berufsgruppe erleiden mehr Beschäftigte ein Burn-out als in der Pflege und legen aufgrund dessen ihren Job nieder. Stressfaktoren zu reduzieren und das Personal zu entlasten, ist im digitalen Zeitalter durchaus möglich. Doch auch hier hängt der Pflegesektor bisher weit hinterher. 


4. Schleppende Digitalisierung

Obwohl der Digitalisierungsgrad in der Pflege in den letzten Jahren zugenommen hat, liegt diese im Branchenvergleich immer noch zurück. Immer mehr Start-ups haben es sich zum Ziel gemacht, die Pflege digital zu verbessern. Doch hier fehlt es leider oft an Subventionen und durch eine fehlende Lobby der Pflege in der Politik ist der nötige Rückhalt für teure technische Investitionen nicht gegeben. Weitere Gründe sind unzulängliche IT-Lösungen sowie fehlendes Vertrauen und Datenschutzbedenken. 


5. Sicherheit durch Einschränkungen

Ein Drittel der über 65-Jährigen und mehr als 40 Prozent der über 80-Jährigen stürzen mindestens einmal pro Jahr (6). In Heimen müssen Pfleger  daher oft Kontrollrundgänge machen, um die Sicherheit zu gewähren. Dies schränkt nachts nicht nur die Privatsphäre ein, sondern geht gerade tagsüber auf Kosten der menschlichen Interaktion und des sozialen Austauschs zwischen Bewohnern und Pflegekräften. Des Weiteren ist gerade die „Weglaufproblematik“ bei demenzkranken Bewohnern mit starken Einschränkungen verbunden. Das Resultat: Um die Sicherheit der pflegebedürftigen Personen zu gewähren, wird ihr tägliches Leben eingeschränkt und sie können sich nicht mehr so frei wie zu Hause bewegen. Ein Zustand, der das Altern in Würde und Selbstbestimmung erheblich erschwert.


Wir von Buildtelligent gehen all diese Herausforderungen der Pflege aktiv mit unserem intelligenten Assistenzsystem Rafael an. Automatische Dokumentation von Patientendaten, intelligente Messungen der Vitalwerte und selbstständige Alarmierung bei Abweichungen ermöglichen mehr Sicherheit für die Bewohner und entlasten die Pflegekräfte. Dabei wird der Datenschutz durchgehend gewährt und es bleibt mehr Zeit für zwischenmenschliche Interaktionen. Die Zukunft wird autonomer, intelligenter und sicherer und wir von Buildtelligent gehen mit Rafael einen wichtigen Schritt in Richtung digitale Pflege der Zukunft.


Quellenangaben:

(1) Pflege - Anzahl der Pflegebedürftigen bis 2060. Zugegriffen am 19. Mai 2021, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1044785/umfrage/pflegebeduerftige-in-deutschland-nach-versorgungsart/

(2) Österreich - Prognose zur Anzahl der betreuten Personen in der Pflege 2050. Zugegriffen am 19. Mai 2021, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/960986/umfrage/prognose-zur-anzahl-der-betreuten-personen-in-der-pflege-in-oesterreich/

(3) Pflege in Deutschland – 2012 bis 2018. Pflege in Deutschland – 2012 bis 2018 | BGW 55-83-112. Eine sozioökonomische Analyse von Berufsgesundheit und Ansehen. Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 2020.

(4) Bettina Engel, “Pflegepersonal-Bedarfsprognose für Österreich,” n.d., 86.

(5) Knochenjob Altenpflege – Leidenschaft Und Herausforderungen in Der Pflegeausbildung. Zugegriffen am 19. Mai 2021, http://zdfheute-stories-scroll.zdf.de/altenpflege/pflegenotstand/pflegeklasse/pflegeausbildung/

(6) Stürze Im Alter. SpringerLink. Zugegriffen am 28. Mai 2021, https://link.springer.com/article/10.1007/s15006-017-9589-2

Bildquellen: Photographee.eu/shutterstock.com, insta_photos/shutterstock.com, Africa Studio/shutterstock.com

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